Demny, Oliver: Die Wut des Panthers

Die Geschichte der Black Panther Party - Schwarzer Widerstand in den USA


Die Wut des Panthers beschreibt die Geschichte der Black Panther Party. Es ist eine Geschichte von Rassismus, Repression und Widerstand im Herzen des Kapitalismus - den USA. Oliver Demny untersucht die Auswirkungen auf Staat und Gesellschaft, zieht Parallelen und sucht Unterschiede zu den letzten Ghetto - Aufständen in New York und Los Angeles. Jenseits der "Malcom - X - Vermarktung" wird hier die Geschichte des schwarzen Widerstandes in seinen verschiedenen Facetten beschrieben, erklärt und kritisch diskutiert.

Buch, 222 Seiten

autonome a.f.r.i.k.a.-gruppe: Handbuch der ...

"Ist die beste Subversion nicht die, Codes zu entstellen statt sie zu
zerstören?" (Roland Barthes)

Welch Aufruhr in Trier. Ein offenbar gefälschtes Fax mit der Absage der
Veranstaltung von Wolfgang Schäuble und der RCDS schreibt öffentlich von "Sabotage". Hätte er einen Blick in dieses Buch geworfen, er hätte auf S. 63 gefunden, worum es offenbar wirklich ging: ein Fake. Dort hätten sie ziemlich langatmige theoretische Ausführungen über den Sinn und Zweck von Fakes, über Unterscheidungsformen und natürlich über die "diskursive Ausübung von Macht" lesen können. Und dann wahrscheinlich festgestellt, daß es noch nicht einmal ein sehr gutes Fake war, denn "das Fake entfaltet seine Wirksamkeit im Verlauf des Prozesses, der der Aufdeckung folgt, in der Kette von echten und vielleicht auch falschen Dementis, womöglich ergänzt durch weitere Fakes oder Fälschungen."

Theoretische Exkurse
Viel wichtiger als diese theoretischen Exkurse sind aber die Menge an
Beispielen, die zeigen, was mit wenig Aufwand so zu machen ist oder
zumindest wäre. Und das ist es, wovon dieses Buch lebt: Eine umfangreiche Sammlung von Episoden und Ereignissen, von Beschreibungen von Aktionen, die im Kopf wieder eigene Ideen entstehen lassen, was mensch eigentlich selbst machen könnte.

Die AutorInnen haben nach eigenem Bekunden "die Nase voll von der
Ausschließlichkeit furztrockenen Flugblattschreibens und dem (...) Dogma, daß Linke bestenfalls über politisches Kabarett lachen dürfen (...)." Was sie machen wollen - und auch tun - ist "einen Werkzeugkasten bereitstellen, den die Leserin benutzen kann, der Wörter, Metaphern und Bilder anbietet, der dazu anregt, selbst über ähnliche Möglichkeiten in der eigenen Praxis nachzudenken."

Mehr Spaß!
So gesehen entzieht sich dieses Buch einer wirklichen 'Besprechung', ist es doch eigentlich (auch layouttechnisch) eine scheinbar willkürliche
Zusammenstückelung verschiedener Einzeltexte. Kein zwingend notwendiges Buch für die politische Praxis, aber sicherlich eines, das das Denken erweitert. Und vielleicht für ein bißchen mehr Spaß sorgt. (as)

Amann, Marc: Go.stop.act!

Die Kunst des kreativen Straßenprotests

Straßentheater, Reclaim the Street-Parties, karnevalesque politische Umzüge, Aktionen mit Großpuppen, subversive Street Art mit Graffiti, Postern und Aufklebern, Demo-Blöcke in Pink und Silber, Radioballett – die Palette politischer Aktionsformen hat in jüngster Zeit an neuen Farben und Formen gewonnen. Erfahrungsberichte, Geschichten von Entstehung und Herkunft verschiedener bekannter und weniger bekannter Aktionsformen sowie viele Beispiele sind in diesem Buch zusammengetragen und sollen jene zur Nachahmung inspirieren, die ihren Unwillen auf die Straße tragen wollen.

Buchbesprechung: Eine Symbiose von Widerstand und "Spaßgesellschaft"?

Buch, 230 Seiten

AG Spass muss sein! (Hg.): SpassGuerilla

Ausgehend von der Berliner Hausbesetzerbewegung Anfang der achtziger Jahre, spannen die Autoren einen weiten Bogen durch die Geschichte spaßiger Aktionen und Aktionsformen. Dabei knüpfen sie direkt bei den 'Erfindern' der Spaßguerilla an - den Kommunarden Teufel, Langhans, Mahler & Co. - beziehen sich auf Chaplin, Brecht u. Heartfield und landen letztlich bei einer ganz und gar nicht spaßigen Systemkritik. Das ultimative Werk zur Geschichte der fröhlich-aktionistischen Systemkritik und ihrer Aktionen..

Buch, 256 Seiten

A.G. Grauwacke: Autonome in Bewegung

Aus den ersten 23 Jahren

A.G. Grauwacke, eine Gruppe von fünf Autoren, berichtet "streng subjektiv" aus 23 Jahren autonomer Politik (1980 - 2003). Keine Szene-Broschüre und keine Diplomarbeit, sondern der Versuch, der kollektiven Geschichtsarbeit auf die Sprünge zu helfen. Warum wurden und werden Häuser besetzt? Wie fühlst du dich beim Werfen eines Mollis? Gab es die Globalisierungsbewegung schon 1988? Waren die 90er verwirrt? Gibt es heute überhaupt (noch) Autonome? Wie soll`s weitergehen? Mit einer Menge Photos, Originaltexte, kleinen Anekdoten - das Buch kann nur empfohlen werden.

*Dieses Buch ist übrigens jugendgefährdend - meinte zumindest das deutsche Bundesministerium für Jugend usw. und stellte 2006 einen Indizierungsantrag, mit dem es jedoch scheiterte.

**Dieses Buch ist übrigens "terroristisch" - meinte zumindest das BKA und durchsuchte bei einer deutschlandweiten Razzia gegen die Anti-G8-Bewegung auch den Verlag Assoziation A in der Hoffnung, dort Hinweise auf die Herausgeber zu finden.

3. Auflage 2007

Buchbesprechung: Autonome in Bewegung

Buch, 408 Seiten

Reebs, Winfried: Auf der Suche nach dem richtigen Vernichtungsbau

Die Geschichte der Knastarchitektur

Die Intentionen des Gefängniswesens zeigen sich hier bereits in der Entwicklung der Architektur. Ein Gang durch die Knäste von den Kerkern des Altertum zu den Isolationstrakten der Gegenwart.

Buch, 40 Seiten

Weggesperrt...

Texte, Gedichte und Geschichten über und gegen Knast und Strafe

www.projektwerkstatt.de


Broschüre, 20 Seiten

Tangens / padeluun (Hg.): Schwarzbuch Datenschutz

Ausgezeichnete Datenkraken der BigBrotherAwards

Der »Club der freundlichen Genies«, die diese Awards vergeben, stammt aus Bürgerrechts-, Datenschutz-, und unabhängigen Netzorganisationen. Einmal jährlich im Oktober werden die Vorreiter der Kontrollgesellschaft in 14 europäischen Ländern sowie in den USA, Kanada und Japan durch Aufklärung über ihre Machenschaften öffentlich abgemahnt. Sehr fundiert, aber auch mit schwarzem Humor wird der Leser in den Dschungel der unglaublichen Kontrollfantasien von Politik, Staat und Wirtschaft geführt. Die Awards klären über Ungeheuerlichkeiten auf, schärfen das Problembewusstsein und regen zum Widerstand an!

Zu den bisher Ausgezeichneten gehören z.B.:

* Otto Schily für sein »Lebenswerk« (den biometrischen Reisepass, Ausbau des Überwachungssystems und den so genannten Otto-Katalog);
* das WM-Organisationskomitee des DFB für die inquisitorischen Fragebögen bei den Kartenbestellungen für die Fußballweltmeisterschaft;
* Schulen, die die Namen von Erstklässlern zu Werbezwecken weitergeben;
* die Bundesagentur für Arbeit für die Fragebögen zum Arbeitslosengeld II;
* Lidl für die Videoüberwachung des Personals;
* Bayer AG für Drogentests bei Azubis;
* u.v.m.

Buch, 192 Seiten

Riggenmann, Konrad: Kruzifix und Holocaust

Über die erfolgreichste Gewaltdarstellung der Weltgeschichte


"Ich war dick, rothaarig und hatte den Herrn Jesus umgebracht." Therese Giehse auf die Frage, warum sie als Kind von ihren Mitschülern gequält wurde.

Was ist von einer Religion zu halten, die sich die grausamste und schimpflichste Hinrichtungsart zum Symbol gewählt hat? Welchem Terror sind Kinder ausgesetzt, die glauben sollen, dass ein Vater ihretwegen seinen eigenen Sohn bestialisch foltern und ermorden ließ? Wie überwindet man den Horror, vom Fleisch des "Menschensohnes" essen und sein Blut trinken zu müssen, um mit Gott vereint zu sein? Jesus war Jude, gekreuzigt wurde er von römischen Besatzern. Doch die Christen geben "den Juden" die Schuld an seinem Tod. Wie tief der faschistische Antisemitismus in der christlichen Judenfeindschaft wurzelte, wurde von Historikern und kritischen Theologen bereits gelegentlich thematisiert. Der Autor dieses Bandes folgt einem bisher wenig beachteten pädagogisch-psychologischen Ansatz zur Erklärung des Holocaust. In einer fundiert recherchierten, aber dennoch flott geschriebenen Zusammenschau von theologischen, philosophischen, historischen, kunsthistorischen und literarischen Daten aus zwei christlichen Jahrtausenden belegt er, dass nicht zuletzt die im Kruzifix symbolisierte sadistische Gewalt verheerende Spuren in den Seelen von Kindern hinterlässt. Und aus Kindern werden Erwachsene - wie Adolf Eichmann, Joseph Goebbels, Heinrich Himmler, Rudolf Höß und Adolf Hitler.

Buch, 448 Seiten

Most, Johann: Die Gottespest und andere Schriften

Eine der bekanntesten Most - Schriften ist "Die Gottespest", eine bissig-antiklerikale Streitschrift. Zudem sind in der Broschüre u.a. die Texte "Protestantische Finsterlinge" und "Die anarchistischen Kommunisten an das Proletariat" enthalten.

Friedrich / Pflüger: In welcher Verfassung ist Europa?

Anläßlich der EU-Erweiterung im Mai 2004 legten Rudi Friedrich und Tobias Pflüger wichtige Informationen über die geplante Abschottungs- und Militärpolitik dar, die in der künftigen EU-Verfassung verankert werden soll.

Buch, 128 Seiten

Kerkeling, Lutz: La Lucha sigue!

EZLN - Ursachen und Entwicklung des zapatistischen Aufstands


Am 1. Januar 1994 durchbrachen die maskierten Guerilleras und Guerilleros der EZLN in Chiapas (Südmexiko) das Schweigen der rassistischen mexikanischen Dominanzgesellschaft und erschütterten gleichzeitig den globalen kapitalistischen »Etappensieg« von 1989. Die Selbstorganisation der marginalisierten Indígena- und Landbevölkerung leitete in Mexiko das Ende der längsten Einparteiendiktatur der Welt ein, doch nicht nur in Lateinamerika inspirierte das »Ya Basta!« (dt.: Es reicht!) der Zapatistas die Menschen, sich fernab von Klientel- und Parteipolitik selbstbewusst und -bestimmt als Subjekte gegen Ausbeutungs- und Unterdrückungsmechanismen zu erheben. Neben ihrer basisorientierten Politik und dem Aufbau autonomer Gemeinden schaffte es die EZLN, allen Marginalisierten und Engagierten, die noch immer gegen eine Herrschaft der Eliten und Konzerne kämpfen, einen undogmatisch-linken Motivationsschub zu geben, um sich weltweit ohne eine avantgardistische Polit-Wahrheit gleichberechtigt in einer »Internationalen der Hoffnung« zu vernetzen


Buch, 304 Seiten

Steinicke, Kerstin: Erziehung und Bildung ohne Herrschaft

Broschüre über die Theorie und Praxis anarchistischer Erziehung von ca. 1880 bis heute. Kerstin Steinicke analysiert aus anarchistischer Sicht Erziehung und Bildung als Herrschaftsinstrument, um dann im zweiten Teil auf das Verhältnis von Anarchismus und Pädagogik einzugehen. Anarchistische Pädagogik bleibt nicht in der Theorie stecken, wie zahlreiche Beispiele (Tolstoi, Ferrer...) belegen. Den Schluss der Broschüre bildet ein Überblick über anarchistische Pädagogik heute.

Broschüre, 86 Seiten

x fragend voran... Heft 1: wissen wollen können müssen

fragend voran - Hefte zu Widerstand und Vision

Texte zu Erziehung, Antipädagogik, Schulkritik, nicht-hierarchischen Lernutopien und praktischen Ansätzen (Lern-Netzwerke, 'demokratische' Schulen)

Zeitschrift, 88 Seiten (A5)

Unruh, Ludwig: Hauptsache Arbeit?

Zum Verhältnis von Arbeit und menschlicher Emanzipation. Enthält u.a. eine Untersuchung zur Geschichte der Arbeit und macht Vorschläge zur Überwindung der Arbeitsgesellschaft.

* Arbeit im Wandel der Geschichte
* Arbeitsgesellschaft
* Widerstand gegen die Arbeit
* Jenseits der Arbeit

Broschüre, 60 Seiten

Lafargue, Paul: Das Recht auf Faulheit

Arbeit tötet die Leidenschaften (& Leidenschaft die Arbeit!) - Lafargues zornfunkelnde & witzsprühende Streitschrift gegen das knechtende "Recht auf Arbeit" ist ein wirksames Gegengift und liegt nun in neuer Ausstattung vor. Obwohl Lafargue bestimmte Diskussionen der heutigen Zeit, z.B. um finanzielle Grundabsicherung, vor rund 100 Jahren natürlich noch nicht berücksichtigen konnte, erscheint sein Buch auch heute überaus aktuell und notwendig, da mit ihm der um sich greifenden sozialdarwinistischen Gleichsetzung Lebensrecht = Arbeitsfähigkeit entschieden widersprochen und den Predigern des totalen, deregulierten Marktes eine wahrhaft humane Gesellschaftsvorstellung entgegensetzt werden kann.

Buch, 80 Seiten

Heide, Holger (Hg.): Massenphänomen Arbeitssucht

Die Entwicklung der Arbeitsgesellschaft hat für die und den Einzelne/n wie für die Gesellschaft zunehmend negative Folgen. Arbeit ohne Ende - körperliche und psychische Erkrankungen der Betroffenen sind die Folge. Arbeitssucht ist nicht mehr das zweifelhafte Privileg von Eliten, sondern betrifft zunehmend und vorrangig auch Menschen in abhängigen Beschäftigungsverhältnissen.


Was ist Arbeitssucht? Wie entsteht sie und was sind ihre historischen Bedingungen? Wie und warum wird sie zum Massenphänomen? Welche rechtlichen Grundlagen existieren für den Umgang mit Arbeitssucht als Berufskrankheit? Welche Auswege sind möglich? Die Beiträge dieses Buches stellen die historischen, ökonomischen, politischen und auch persönlichen Aspekte dieser neuen 'Volkskrankheit' dar und schaffen damit einen umfassenden Einblick in die Bedeutung dieses Phänomens. So eröffnet es auch der einzelnen LeserIn Wege aus der Krankheit.

Buch, 300 Seiten

Schulenburg, Lutz (Hg.): Seien wir realistisch, versuchen wir das unmögliche!

Rebellische Widerworte

Dieser Band präsentiert das aufrührerische Denken bis in die jüngste Gegenwart. Zeugnisse von allen Kontinenten, kurze oder längere Textpassagen aus Manifesten, Flugblättern, Erinnerungen und Berichten. Rebellische Vorstellungen, die sich der Selbstgefälligkeit widersetzen und alternative Sichtweisen zu den herrschenden Verhältnissen propagieren. Individuelle und kollektive Äußerungen; flüchtige, polemische, tastende, entschlossene, kühne, ironische, emotionale und gelegentlich sogar lyrische Stimmen.


Einige Beiträger dieser subversiven Fibel: Charles Fourier, Bernadette Devlin, Billy Bragg, Kommune I, Attac, Frantz Fanon, Max Hölz, Raoul Vaneigem, Ton Steine Scherben, American Indian Mouvement, Emma Goldmann, Oswaldo Bayer, Situationistische Internationale, José Bové, Carl Einstein, Vera Broido, André Breton, Thomas Müntzer, Zapatisten, Flora Tristan, Gaston Leval, Groucho Marx, Edelweiß-Piraten, Manu Chao, Nestor Machno, Black Panther, José Saramago, Mary Low, Raoul Hausmann, Pablo Neruda, Maurizio Maggiani, Che Guevara, Joe Hill, Mika Etchéhère, Subcomandante Marcos, Gruppe Spur, Franz Jung, James Carr, Arundhata Roy, Franz Pfemfert, Patrice Lumumba, Larissa Reissner, Bewegung 2. Juni, Ernst Toller, Dada-Manifest 1918, Jack London, Stefano Benni, Lawrence Ferlinghetti, Angela Davis, IWW Manifest, Sex Pistols, RAWA, Sophie Scholl, Chumba Wamba, Paco Ignacio Taibo II, Woody Guthrie, Inge Viett u.v.a.m.

Buch, 160 Seiten

Hirsch, Joachim: Vom Sicherheitsstaat zum nationalen Wettbewerbsstaat

"Die mit dem Stichwort Globalisierung bezeichneten ökonomisch-sozialen Umbauprozesse haben mittlerweile die Struktur, Position und Funktion der Staatsapparate tiefgreifend verändert. Der 'Sicherheitsstaat' wurde zum historisch neuen Typ des 'nationalen Wettbewerbsstaats' umgeformt, dessen grundlegende politische Priorität in der Gewährleistung optimaler Verwertungsbedingungen für ein grenzüberschreitend flexibel gemachtes Kapital besteht. Die damit verbundene Veränderung in der gesellschaftlichen Rolle des Staatensystems beinhaltet nicht einfach eine Schwächung oder einen Souveränitätsverlust des Staats, wie oft behauptet wird. Der 'nationale Wettbewerbsstaat' bleibt - wenn auch in gewandelten Formen - ein autoritärer und starker Staat. Verändert haben sich aber die politisch-sozialen Ausgrenzungsmuster, die Feindbilder und Legitimationsbeschaffungsmechanismen."

Buch, 176 Seiten

Forrester, Viviane: Der Terror der Ökonomie (Taschenbuch)

Während PolitikerInnen gebetsmühlenartig reduzierte Arbeitslosenzahlen versprechen, ist der erwerbstätige Mensch für die Industrie längst zu einem lästigen Stör- und Kostenfaktor geworden. Viviane Forrester schildert „krude, unverblümt und geradezu brennend pointiert“ das soziale Chaos einer Gesellschaft, deren Zukunft die Massenarbeitslosigkeit ist. Mit ihrer leidenschaftlichen Anklage gegen das menschenverachtende Kalkül der Wirtschaftsunternehmen fordert sie radikal neue Denkansätze. In der französischen "Antiglobalisierungsbewegung" wurde die Autorin Ende der 90er-Jahre mit diesem Buch zu einer „Symbolfigur“ der neuen Protestbewegung.

Buchbesprechung: Der Terror der Ökonomie

Buch, 216 Seiten (Hardcover)

Enderwitz, Ulrich: Was ist Ideologie?

Zur Ökonomie bürgerlichen Denkens

Im Zentrum dieser Einführung steht ein Grundlagentext, der den Versuch einer Herleitung der ideologischen Denkform und ihrer Entfaltung aus der Entwicklung des ökonomischen Reproduktionsprozesses der Gesellschaft und der diesen Prozess definierenden Produktionsverhältnisse unternimmt. Zwei kleinere theoretische Beiträge zum Thema Ideologie und eine Reihe praktischer Übungen in Ideologiekritik - zu Adorno, Max Weber/Heidegger, Lukrez und zum Kommunikationsbegriff -, sollen es dem Leser ermöglichen, sich an den im Haupttext auf seinen streng politisch-ökonomischen Begriff gebrachten Kern des Ideologieproblems reflexiv heranzuarbeiten. Sie erfüllen mit anderen Worten nicht zuletzt eine didaktische Funktion.

Buch, 120 Seiten

BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie (Hg.): Grüne Beute

Biopiraterie und Widerstand

»Biopiraterie« beschreibt die private Aneignung biologischer Vielfalt und des Wissens über ihre Nutzung mit Hilfe sogenannter geistiger Eigentumsrechte. Seit einigen Jahren ist die BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie Teil des Widerstands gegen den Raub traditionellen Wissens und die Patentierung »genetischer Ressourcen« durch Industriekonzerne und staatliche Institutionen. Die dabei gesammelten Kenntnisse und Erfahrungen sind Gegenstand des Buches. Es versteht sich als allgemeinverständliche Einführung in das Thema, beschreibt aktuelle Beispiele und zeigt Möglichkeiten auf, gegen Biopiraterie aktiv zu werden.

Buch, 160 Seiten

Anderson, Bridget: Doing The Dirty Work?

Migrantinnen in der bezahlten Hausarbeit in Europa

Aus dem Englischen von G. Deckert

In der feministischen Debatte wurde die Hausarbeit lange Zeit als die große ›Gleichmacherin‹ betrachtet. Als eine Last, die fast unterschiedslos allen Frauen durch die patriarchalen Verhältnisse auferlegt würde. Diese einzigartige Studie zu Hausarbeiterinnen in Europa beleuchtet demgegenüber die Aspekte von Herkunft und Klassenstellung innerhalb der häuslichen Unterdrückungsverhältnisse.

Bridget Anderson geht der Frage, wer die Reproduktionsarbeit zu leisten hat und wann, wie und wo sie zu leisten ist, mit parteiischem Blick von unten, aus der Sicht der Migrantinnen nach, denn diese Arbeit reproduziert nicht nur das Leben, sondern zugleich auch Status, Hierarchie und soziale Beziehungen. Die Studie basiert auf eigenen Recherchen der Autorin und nimmt den rassistischen Zusammenhang bezahlter Hausarbeit im Norden in den Blick. Ein Phänomen, das die feministische Theoriebildung in fundamentaler Weise herausfordert.

Bridget Anderson gibt einen umfassenden Einblick in die Lebens- und Arbeitsverhältnisse von migrantischen Hausarbeiterinnen in Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland, Großbritannien und Deutschland. Anhand von Interviews arbeitet sie die sich entgegenstehenden Interessen der ArbeitgeberInnen und Hausarbeiterinnen heraus und untersucht die maternalistische Machtausübung weiblicher Arbeitgeber.

Als Mitarbeiterin von Kalayaan, einer Selbstorganisation von illegalisierten Hausarbeiterinnen schildert sie deren langen Kampf in Großbritannien.

Das Buch macht deutlich, dass die Regulierung, Professionalisierung und Legalisierung der bezahlten Hausarbeit nichts an der Tatsache ändern wird, dass es sich um existenziell fremdbestimmte und auf Unterordnung angelegte Arbeit handelt. Die Macht der ArbeitgeberInnen kann durch Gesetze eingegrenzt werden, aber sie verschwindet nicht. Entscheidend für Veränderungen ist nicht die Regulierung der Arbeitsverhältnisse, sondern die antagonistische Selbstorganisation der Hausarbeiterinnen.

Buch, 272 Seiten

Bubeck, Ilona (Hg.): Unser Stück vom Kuchen?

Wenn wir den Medienberichten und selbsternannten VertreterInnen Glauben schenken, wollen die meisten Lesben und Schwulen nicht nur die Homo-Ehe einführen, sondern am liebsten gleich selbst heiraten. "Unsinn!" sagen die AutorInnen dieses Buches und zeigen, dass Lesben und Schwule in den unterschiedlichsten Lebensgemeinschaften und Wahlfamilien leben, denen das Modell "Homo-Ehe" nicht gerecht wird. Im Gegenteil: Sie kritisieren die freiwillige Anpassung an die Zwangsnormen der Ehe- und Familienpolitik, stellen jedoch Perspektiven vor, wie man die Rechte nicht-ehelicher Lebensgemeinschaften stärken kann. Ein provokantes Buch der AutorInnen Jim Baker, Jule Blum, Deutsche Aids-Hilfe e.V., Gisela Gebauer-Jipp, Sabine Hark, Werner Hinzpeter, Georg Klauda, Constance Ohms, Christine Schenk, Eike Stedefeldt, Gita Tost.

Buch, 146 Seiten

Manuela Bannasch (Hg.): Behinderte Sexualität

Behinderte Sexualität - verhinderte Lust?

Zum Grundrecht auf Sexualität für Menschen mit Behinderung

Beziehungen mit Nähe und Sexualität zu leben, ist für Menschen mit Behinderung äußerst schwierig. Kontakt aufnehmen – gängiges Schönheitsideal – Orte für Intimität – erotische Hilfsmittel – sind nur einige Themen, die alle interessieren, über die aber nie offen gesprochen wird.

Dieses elementare Bedürfnis behinderter Menschen hat das Buch zum Thema. Es greift dies facettenreich auf – mit Tipps und Kontaktadressen. Im Band geht es nicht nur um erotische Spielarten, letztlich geht es um die weitgehende Selbstbestimmung des behinderten Menschen und zwar in jeglicher Hinischt.

Buch, 242 Seiten

Konkursbuch 41: Haut

Warum ist Orangenhaut eigentlich unschön und Pfirsichhaut wunderbar? Haut als Passage zwischen innen und außen, als Quelle von Lust und Scham. Essays, Erzählungen und viele Bilder über das größte Organ des Menschen, über Berührungen, Identifizierungen, Körperschmuck, Narben und Tattoos ...

Buch, 288 Seiten

Coover, Colleen: Small Favors. Girly sex comic 2

"Ich habe das Gefühl, dass Frauen ausgehungert sind nach Sex-Comics, die sie nicht beleidigen. Sex ist zum Schreien komisch. Es ist einfach toll, laut loszulachen. Genau so toll wie loszulassen und einen Orgasmus zu haben! Indem ich sie lustig darstelle, entschärfe ich die schmerzhaften Themen, die Konflikte, die es natürlich im Leben der Figuren gibt. Und das ist auch gut so! Sex macht viel zu viel Spaß und ist viel zu wichtig, als dass frau sich dabei schlecht fühlen sollte. " (Colleen Coover)

Buch, 144 Seiten

Coover, Colleen: Small Favors. Girly sex comic 1

Komisch, anrührend und sehr sehr sexy. Das ist die Geschichte von Annie, die zu viel masturbiert, und ihrer Freundin Nibbil, der Wächterin ihres Gewissens. Small Favors (kurz SF) ist vor allem komisch - Collen Coover zeichnet die Absurditäten des Sex, die Schüchternheiten und Träume der Heldinnen in klaren und (ich wage es kaum zu sagen) niedlichen Linien. Gleichzeitig ist SF einer der realistischsten Comics, was weibliche Anatomie angeht. Doch die Individualität und Würde der Protagonistinnen stehen nie außer Frage.

"Die allgemeine Meinung lautet, dass Frauen keine Sexgeschichten und Sexbilder mögen, was einfach nicht stimmt! Aber meistens gucken wir uns Sachen an, die nicht für unsere Augen gemacht sind, sondern für Männer. Ich wollte immer Comics zeichnen. Die Idee für den sexuellen Inhalt kam mir, als mir bewusst wurde, wie viel Spaß ich dabei haben würde! Die Kunstpornozeichnerin, die sich nicht an die übliche pubertäre „Hey Jungs, guckt mal, wie schmutzig das ist!" - Formel hält. Vielleicht bewirkt das, dass die Leute meine Arbeit gleichzeitig nach ihren künstlerischen Vorzügen und nach ihrer Sexyness beurteilen."


Buch, 144 Seiten

"Beziehungsweise frei". Alternativen zu Zweierkisten & Co

Broschüre mit Texten zur Kritik an der Liebes-Ideologie, Zweierbeziehungen, der Kategorisierung zwischenmenschlicher Kontakte, über Eifersucht und mehr.

www.projektwerkstatt.de


Broschüre, 16 Seiten

re.ACTion: Antisexismus_reloaded

Zum Umgang mit sexualisierter Gewalt - ein Handbuch für die antisexistische Praxis

Dieser Leitfaden richtet sich sowohl an Menschen, die sich noch nicht mit dem Thema auseinandergesetzt haben als auch an solche, die Erfahrungen im Umgang mit sexualisierter Gewalt gemacht haben. Anschaulich und zugleich fundiert werden die entscheidenden Punkte angesprochen, kontextualisiert und Vorschläge für einen reflektiertes Handeln dargestellt.

Ein aktuelles Buch mit Grundlagen zu Definitionsmacht, Parteilichkeit, Veröffentlichung, Unterstützer_innengruppe, Umgang in Politgruppen, Täterumgang etc.

Buch, 80 Seiten